mini-kiwiEs ist wieder Kiwi-Zeit. ich mag die ganz gern. Sie schmecken nicht nur gut, sondern enthalten viel Vitamin C. Kiwis, die es zu kaufen gibt, haben aber immer einen weiten Weg hinter sich und das ist sicher nicht nachhaltig. Die Alternative: Kiwis anbauen im kalten Berlin? Das geht tatsächlich.

Eigentlich kommen Kiwis aus China und es gibt mehrere verschiedene Arten davon: Actinidia deliciosa, das ist die Frucht, die wir üblicherweise als Kiwi kennen. 1904 hatte die Lehrerin und Botanikerin Mary Isabel Fraser sie aus dem Jangtsekiang-Tal nach Neuseeland mitgenommen, das heute so bekannt für den Kiwi-Anbau ist. “Chinese Gooseberry”, chinesische Stachelbeere, nannte man sie dort. Als die Früchte in den 60er Jahren erstmals aus Neuseeland in die USA exportiert wurden, war der kalte Krieg in vollem Gang und “chinesische Stachelbeeren” hätte man nicht vermarkten können. Also nannte man die Früchte kurzerhand “Fruits from the Kiwi-Land” – die Kiwi war geboren.

Actinidia deliciosa kann man in Weinbaugebieten mit miden Wintern anbauen. In Berlin wäre sie nicht sicher winterhart – in einem unbeheizten Gewächshaus, an eine Südwand gelehnt und bei starkem Frost mit Vlies geschützt, könnte man es aber probieren. “Starella” ist eine Sorte dieser Art, die relativ winterfest sein soll.

Eine weitere Kiwi-Art wird Mini-Kiwi, Kleinfruchtige Kiwi oder Kiwai genannt, die Actinidia arguta. Sie ist sehr winterhart, bis minus 30 Grad, heißt es. So kalt wird es hier nicht – schön. Ich werde also im Herbst zwei Kiwi-Pflänzchen kaufen und im Kleingarten pflanzen. Zwei deshalb, weil jede Pflanze nur entweder “weibliche” oder “männliche” Blüten trägt. Nur erstere tragen Früchte, letztere werden zur Bestäubung gebraucht. Wenn man mehr als zwei Kiwis pflanzen will, reicht eine Bestäuberpflanze für bis zu acht Fruchtsorten.

Kiwis sind Kletterpflanzen, sie brauchen also ein Rankgerüst (dafür gibt es hier eine Anleitung). Das kommt mit ganz gelegen, dann fällt den Nachbarn nicht so sehr auf, dass bei mir ein bisschen Unkraut wächst.

Ich bin mir noch nicht sicher, welche Kiwi-Sorte ich nehme – wahrscheinlich Weiki, weil die leicht erhältlich sind und gut tragen. Aber es gibt einige Sorten, die sehr lecker klingen – vielleicht pflanze ich später noch eine dritte? So ein Rankgitter ist ja relativ schmal. Andererseits sind 10 bis 20 Kilo Kiwis von einer (älteren) Pflanze ja schon eine ganze Menge.

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Mini-Kiwi (Actinidia arguta) der Sorte Weiki

Kiwis erntet man, wenn die ersten leichten Fröste kommen. Die meisten Sorten sind dann noch hart und reifen nach. Harte Kiwis lassen sich mehrere Wochen oder auch Monate kühl (z.B. im Erdkeller) lagern. Nur übereinander stapeln darf man sie nicht. Dann prüft man regelmäßig, welche Kiwis weich geworden sind und nimmt die mit in Küche.

Man kann Kiwis frisch essen, im Obstsalat, auf dem Kuchen, im Müsli oder als Smoothie. Oder man kocht sie zu Marmelade oder Saft ein, dörrt sie oder verarbeitet sie zu Kiwi-Chili-Sauce, Chutney oder Kiwi-Pesto.

Fotos von Björn Appel und Hiperpinguino.