resteverwertung-gemueseWir sind es heute gewohnt, immer genug zu essen zu haben. Leider führt das dazu, dass wir mit unserer Nahrung verschwenderisch umgehen: Oft verwenden wir nur einen Teil und werfen den Rest weg. Der “Rest” ist oft essbar, schmackhaft und gesund. Durch die Verwertung sparen wir Geld und schonen Umwelt und Klima, indem wir aus unserer Nahrung möglichst viel machen.

Deshalb starte ich hier eine kleine Serie von Postings, in denen ich zeige, was man alles verwerten kann. In Teil 1 dreht sich alles um Gemüse.

  • Kohlrabiblätter und -stängel sind essbar und enthalten sogar viel mehr Vitamine und Mineralstoffe als die Wurzelknolle. Auch die Blätter von Wirsing und Blumenkohl sind essbar. Früher wurden Kohlrouladen oft nicht aus Kohl-, sondern aus Kohlrabi- oder Blumenkohlblättern gemacht. Auch ähnlich wie Spinat können sie verwendet werden. Und umgekehrt kann man den Strunk von Blumenkohl man kleinschneiden und wie Kohlrabi essen oder man püriert ihn mit ein bisschen Sahne und Kräutern zu einer Blumenkohlcremesuppe.
  • Karottengrün kann in die Suppe, kleingehackt wie Petersilie. Man kann es auch trocknen, um es später in eine Suppe zu geben.
  • Auch das Grün von Knollensellerie und Knollensellerie kann man essen.
  • Das Grün von Roter Bete kann man wie Mangold essen (deshalb hab ich auch keinen Mangold im Garten, sondern Rote Bete, da habe ich den Mangold inklusive). Junge Blätter kommen in den Salat, ältere werden wie Spinat gekocht oder für einen Auflauf verwendet.
  • Das Grün von Speiserüben und Kohlrüben wird in einigen Gegenden als “Rübstiel” oder “Stielmus” gegessen. Besonders im Rheinland, in Westfalen und den Niederlanden hat Stielmus Tradition.
  • Wer Erbsen im Garten hat, hat nach dem Pulen eine Menge Erbsenschalen übrig. Die Muss man nicht wegwerfen: Man wäscht sie, kocht sie 5 Minuten in leicht gesalzenem Wasser, schreckt sie in kaltem Wasser ab und lässt sie abtropfen. Dann püriert man sie und streicht sie durch ein Püriersieb (das Sieb ist wichtig, damit man keine Fäden im Essen hat). Risotto, Omelette, Erbsensuppe, Pesto oder Frischkäse wird dadurch schön grün. Alternativ kann man Erbsenschalen mahlen und als Mehl (gemischt mit anderem Mehl) verwenden.
  • Auch die Blätter von Radieschen und Rettich kann man essen: Lecker z.B. in Salat, Suppe, Nudelsoßen und Hackfleischgerichten. Ich esse sie auch gern kleingehackt aufs Brot, gibt einen leckeren Radieschengeschmack.
  • Aus Gemüseabfällen kann man Gemüsebrühe auf Vorrat herstellen: Dafür kann alles oben genannte, aber auch z.B. das Innere der Paprika, Kohlrabischalen, Karottenschalen, das Grüne vom Lauch und was sonst nach abfällt verwendet werden. Wie das geht, werde ich ein andermal beschreiben, da gibt es nämlich verschiedene Möglichkeiten.
  • Zwiebelschalen kann man zum Textil- oder Ostereierfärben verwenden, für Soleier oder für Zwiebelschalenbrühen für den Garten
  • Die Stiele von Kräutern kann man in Essig einlegen, um dessen Geschmack zu verbessern oder Tee daraus machen. Auch für Ölauszüge und Tinkturen eignen sie sich.
  • Von Koriander kann man nicht nur Blätter und Samen, sondern auch die Wurzel verwenden (wie Knollenpetersilie, z.B. in der Suppe).
  • Oder man lässt erst gar keine Abfälle entstehen: Gurken, Karotten und Frühkartoffeln kann man mit Schale verwenden, sie müssen nur gut abgebürstet werden. Bei Lagerkartoffeln darauf achten, dass sie aus biologischem Anbau sind; konventionelle sind oft mit Bioziden (keimhemmenden Mitteln) behandelt worden, die gesundheitsschädigend und möglicherweise krebserregend sind.

Besonders für zarte Blätter gilt: Frisch sollten sie sein, sonst schmecken sie nicht mehr. Im Laden sind die Blätter leider oft schon welk.

Was fällt euch noch ein?

Foto von Bill Ebbesen, CC-Lizenz