Kompost

Kompost

Grundsätzlich kann man alle organischen Materialien auf den Kompost geben. In der Praxis ist das nicht immer sinnvoll: Man will keine Ratten anlocken, der Kompost soll nicht übersäuern und nicht mit Pestiziden oder anderen Giften belastet sein. Außerdem ist es wichtig, das die verschiedenen Materialien auf dem Kompost ein Gleichgewicht bilden, das die Bildung guter Kompost-Erde ermöglicht – das betrifft zum Beispiel den Stickstoffgehalt und die Lockerheit des Materials.

Das darf auf den Kompost:

  • Grasschnitt. Größere Mengen Grasschnitt sollte man nicht in einem Haufen auf den Kompost packen; sie enthalten neben einem hohen Wasseranteil Stickstoffe, die zu starker Wärmeentwicklung oder sogar Selbstentzündung führen können, wenn der Grasschnitt auf einem Haufen liegt. Man sollte den Grasschnitt deshalb vorher anwelken oder trocknen lassen und ihn dann unter den restlichen Kompost mischen. Rasen ist sowieso nicht wirklich ökologisch. Empfehlenswerter ist es, den Rasen zu einer Wiese wachsen zu lassen, ihn dann mit der Sense abzumähen und den Wiesenschnitt als Mulch zu verwenden. Heu und Stroh kann man übrigens auch problemlos auf dem Kompost geben.
  • Hecken- und Baumschnitt. Hecken- und Baumschnitt eignet sich hervorragend zum Kompostieren, weil der Kompost dadurch aufgelockert wird. Hecken- und Baumschnitt enthält viel Kali und wenig Stickstoff und kann deshalb sehr gut mit Grasschnitt gemischt werden, der viel Stickstoff enthält.
  • Laub. Laub ist ein sehr gutes Kompost-Material. Besonders gut eignet sich das Laub von Obstbäumen, Linde, Hainbuche, Ahorn, Esche und Eberesche. Wenn man viel Laub kompostieren will, gibt man es in Schichten von 10 bis 20 cm Höhe auf den Kompost und streut zwischen jede Schicht ein bisschen Hornmehl und Algenkalk. Manche Bäume haben Laub, das sehr schwer verrottet, z.B. Birke, Eiche, Pappel und Kastanie. Besonders durch Eichenlaub kann der Kompost leicht übersäuern. Dem kann man entgegenwirken, indem man das Laub zerkleinert und Kalk oder Tonmineralien zusetzt.
  • Manche Küchenabfälle. Reste von Obst, Gemüse, Tee und Kaffee (einschließlich Filter) sowie Eierschalen können auf den Kompost gegeben werden. Sie sollten aber gut untergemischt werden, damit sie keine Mäuse und Ratten anlocken.
  • Unbedrucktes Papier. Papier darf grundsätzlich in geringen Mengen auf den Kompost. Bedrucktes Papier sollte man jedoch nicht auf den Kompost geben, weil die Druckerschwärze oft giftige Stoffe enthält.
  • Stallmist. Der Mist von Tieren eignet sich sehr gut für den Kompost, sollte aber mit dem restlichen Material gut vermischt werden.
  • Blumen und Zierpflanzen.

Das darf nicht auf den Kompost:

  • Die meisten Essenreste. Wenn man einen offenen Kompost hat, sollte man keine Essensreste außer rohen Obst- und Gemüseresten drauf geben, also keine Brot-, Fleisch-, Fischreste, kein gekochtes Obst oder Gemüse, keine Fette und Öle (also auch keine Salatreste mit Dressing), keine Zitrusfrüchte und Bananenschalen. Essensreste locken nämlich Mäuse und auch Ratten an. (Eine Alternative ist der geschlossene Kompost, in den man auch Essensreste reingeben kann.) Zitrus- und Bananenschalen verrotten nur sehr langsam, sind gespritzt und daher mit Pestiziden belastet und können den Kompost übersäuern. Für den Kompost sind sie ungeeignet.
  • Tote Tiere. Locken ebenfalls Mäuse und Ratten an.
  • Tannengrün. Kann den Kompost übersäuern.
  • Kranke Pflanzen oder Pflanzenteile. Diese sollte man nicht auf den Kompost geben, damit sich die Krankheit nicht ausbreiten kann. Diese verbrennt man am besten (Achtung, in manchen Gegenden ist das nicht erlaubt oder man braucht eine Genehmigung!)
  • Staubsaugerbeutel, Kehricht, Leder, behandeltes Holz und ähnliche Abfälle gehören auf den Müll, nicht auf den Kompost.
  • Asche. Lange galt Holzasche als kompost-geeignet und als guter Dünger. Inzwischen haben Studien ergeben, dass Holz, das in den letzten 50 Jahren gewaschen ist, relativ hohe Mengen verschiedener Schwermetalle enthält. Diese Schwermetalle sind nach den Verbrennen in der Asche konzentriert und würden über den Kompost von den Pflanzen aufgenommen. Deshalb sollte Holzasche (und Kohlenasche sowieso!) in den Hausmüll.
  • Unter Umständen Unkraut. Wenn man Unkraut auf den Kompost gibt, das sich durch Samen vermehrt, muss man darauf achten, dass sich entweder noch keine Samen gebildet haben oder man muss sie vorher entfernen. Wurzelunkräuter wie z.B. Quecke und Giersch sollte man vor dem Kompostieren vertrocknen lassen. Sonst kann es passieren, dass man die Unkräuter im nächsten Jahr in sämtlichen Beeten hat, die man mit dem Kompost gedüngt hat. Das passiert allerdings nur, wenn das Unkraut nicht richtig durchkompostiert wurde – im Kompost treten Temperaturen bis 70 Grad auf und Mikroorganismen zersetzen die Samen genauso wie anderes Material im Allgemeinen sehr gründlich. Letztlich muss das jede_r selbst abschätzen.

Grundsätzlich sollte man die verschiedenen Materialien im Kompost gut durchmischen und zwei- bis dreimal pro Jahr umschichten. Dadurch ergänzen sie sich gegenseitig und die Komposterde hat eine bessere Qualität. Außerdem verhindert das Durchmischen, dass der Kompost unangehm riecht. Im Allgemeinen ist der Kompost nach einem Jahr durchkompostiert, aber gerade wenn man befürchtet, dass noch Unkrautsamen oder Wurzeln drin sind, sollte man ihn lieber zwei Jahre lang “reifen” lassen. Die neueste, oberste Schicht ist nie richtig durchkompostiert und man gibt sie wieder in den Komposter, nachdem man das ältere Material herausgenommen hat. Als Faustregel sagt man, dass der Kompost erst dann fertig ist, wenn die Regenwürmer wieder raus sind.

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Kompost-Erde

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Fotos von NatalieMaynor und suavehouse113, beide CC-Lizenz.